Humanyx

    FINMA-Aufsichtsmitteilung 08/2024

    KI-Inventar nach FINMA-Aufsichtsmitteilung 08/2024: Vorlage und Beispiel

    Die FINMA beurteilt, ob Institute ein zentral geführtes KI-Inventar mit Risikoeinstufung und klaren Verantwortlichkeiten haben. Hier finden Sie die Felder, ein ausgefülltes Beispiel und die Vorlage als Excel und CSV.

    Für Risk, Compliance, Operations und Geschäftsleitung von Banken, Vermögensverwaltern und Versicherern.

    Was die FINMA erwartet

    Inventar, Risikoeinstufung, Verantwortung

    Am 18. Dezember 2024 hat die FINMA die Aufsichtsmitteilung 08/2024 «Governance und Risikomanagement beim Einsatz Künstlicher Intelligenz» veröffentlicht. Sie ist keine neue Regel: Die FINMA beschreibt, was sie in der laufenden Aufsicht und bei Vor-Ort-Kontrollen beobachtet und beurteilt hat. Eine KI-spezifische Gesetzgebung gibt es in der Schweiz bisher nicht.

    Es gilt Proportionalität: Massgebend sind Grösse, Komplexität, Struktur und Risikoprofil des Instituts sowie Wesentlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken einer Anwendung (Ziff. 1).

    Hinweis: Wir sind keine Anwälte und geben keine Rechtsauskunft. Diese Seite fasst die Aufsichtsmitteilung zusammen und ist keine Rechtsberatung. Massgebend ist der Originaltext der FINMA.

    1. 01

      Zentral geführtes Inventar mit Risikoklassifizierung

      FINMA Ziff. 2.1, 2.2

      Die FINMA beurteilte, ob Institute mit vielen oder wesentlichen KI-Anwendungen ein zentral geführtes Inventar einschliesslich einer Risikoklassifizierung und daraus folgender Massnahmen haben, und wie vollständig dieses Inventar ist.

    2. 02

      Klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten

      FINMA Ziff. 2.1

      Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für Entwicklung, Implementierung, Überwachung und Nutzung von KI sind festgelegt, und zwar bei Mitarbeitenden mit den nötigen Fähigkeiten. Dazu gehören Vorgaben zu Modell-Tests und Systemkontrollen, Dokumentationsstandards und Schulungen.

    3. 03

      Eine ausreichend breite Definition von KI

      FINMA Ziff. 2.2

      Auch klassische Anwendungen können ähnliche Risiken aufweisen, gleiche Risiken sind gleich zu behandeln. Die FINMA beobachtete, dass Vollständigkeit schwierig ist, weil generative KI seit ihrem Aufkommen für jedermann zugänglich ist.

    4. 04

      Risikoeinstufung nach eigenen, konsistenten Kriterien

      FINMA Ziff. 2.2, Fn. 2, 5, 7

      Die Kriterien legt das Institut selbst fest, massgebend sind Wesentlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit. Tendenziell erhöht sind Risiken, wenn KI der Einhaltung von Aufsichtsrecht oder kritischen Funktionen dient oder Kundschaft und Mitarbeitende von ihren Ergebnissen stark betroffen sind. KI ist nicht per se eine Hochrisiko-Anwendung.

    5. 05

      Eingekaufte Lösungen und Auslagerung

      FINMA Ziff. 2.1

      Bei eingekaufter Software war oft unklar, ob sie KI enthält, welche Daten und Methoden sie nutzt und ob eine ausreichende Due Diligence besteht. Bei Outsourcing beurteilte die FINMA zusätzliche Tests, Kontrollen und Vertragsklauseln zu Verantwortlichkeiten und Haftung.

    6. 06

      Daten, Tests, Dokumentation, Erklärbarkeit, unabhängige Prüfung

      FINMA Ziff. 2.3 bis 2.7

      Weitere Massnahmen betreffen die Datenqualität, Tests und laufende Überwachung, die Dokumentation wesentlicher Anwendungen samt Risikoeinstufung und Begründung, die Erklärbarkeit von Ergebnissen und eine unabhängige Überprüfung.

    Die Felder

    20 Felder, die ein brauchbares Inventar braucht

    Das sind die Spalten der Vorlage. Wo ein Feld auf die Aufsichtsmitteilung zurückgeht, steht die Ziffer daneben. Felder mit «Empfehlung» verlangt die FINMA nicht ausdrücklich, sie machen das Inventar aber erst im Alltag nutzbar.

    Was und wofür

    • 1IDEmpfehlung

      Eindeutige Nummer, zum Beispiel KI-01. Bleibt bestehen, auch wenn die Anwendung abgeschaltet wird.

    • 2Name der AnwendungEmpfehlung

      Wie die Anwendung im Haus heisst, mit Produktname.

    • 3Zweck und GeschäftsprozessFINMA Ziff. 2.5

      Wofür die Anwendung eingesetzt wird und in welchem Prozess sie wirkt.

    • 4BereichEmpfehlung

      Organisationseinheit, die die Anwendung nutzt.

    • 18StatusEmpfehlung

      Geplant, Pilot, produktiv oder abgeschaltet.

    Wer und mit wem

    • 5Verantwortliche PersonFINMA Ziff. 2.1

      Eine benannte Person mit Funktion, kein Team. Sie hält die Angaben aktuell.

    • 6Anbieter und ModellFINMA Ziff. 2.1

      Hersteller, Produkt und, soweit bekannt, das zugrunde liegende Modell.

    • 7ArtFINMA Ziff. 2.1, 2.2

      Selbst entwickelt, eingekauft, in bestehender Software eingebaut oder private Nutzung durch Mitarbeitende.

    • 17Auslagerung und Vertrag mit DrittanbieterFINMA Ziff. 2.1

      Drittanbieter, Vertrag und Klauseln zu Verantwortlichkeiten, Haftung und Datenstandort.

    Welche Daten und wo

    • 8KundendatenFINMA Fn. 2

      Ob Daten von Kundinnen und Kunden in die Anwendung fliessen: ja, nein oder unklar.

    • 9DatenkategorienFINMA Ziff. 2.3

      Welche Daten verwendet werden, zum Beispiel Stammdaten, Transaktionen, Korrespondenz oder öffentliche Inhalte.

    • 10Verarbeitungs- und SpeicherortEmpfehlung

      Land oder Region, in der die Daten laut Vertrag verarbeitet und gespeichert werden.

    Risiko und Kontrollen

    • 11RisikoeinstufungFINMA Ziff. 2.2, Fn. 5

      Tief, mittel oder hoch, nach den Kriterien Ihres Hauses.

    • 12Begründung der EinstufungFINMA Ziff. 2.5, Fn. 2

      Warum diese Stufe: Wesentlichkeit der Anwendung und Wahrscheinlichkeit eines Schadens, in zwei bis drei Sätzen.

    • 13KontrollenFINMA Ziff. 2.1

      Zum Beispiel menschliche Freigabe, Vier-Augen-Prinzip, Berechtigungen, Grenzen der Nutzung.

    • 16ErklärbarkeitFINMA Ziff. 2.6

      Wie sich ein Ergebnis nachvollziehen lässt, zum Beispiel mit Quellenangabe oder Begründung pro Fall.

    Prüfen und belegen

    • 14Tests und laufende ÜberwachungFINMA Ziff. 2.4

      Tests vor dem Einsatz, Kennzahlen, Stichproben und die Auswertung von Fällen, in denen Mitarbeitende Ergebnisse korrigieren.

    • 15DokumentationFINMA Ziff. 2.5

      Wo Zweck, Daten, Modell, Annahmen, Grenzen, Tests und Fallback beschrieben sind.

    • 19Letzte ÜberprüfungFINMA Ziff. 2.4

      Monat und Jahr der letzten Überprüfung.

    • 20Nächste ÜberprüfungFINMA Ziff. 2.4

      Monat und Jahr der nächsten geplanten Überprüfung.

    So stufen Sie das Risiko ein

    • hoch

      Die Anwendung dient der Einhaltung von Aufsichtsrecht oder einer kritischen Funktion, oder Kundschaft und Mitarbeitende sind von ihren Ergebnissen stark betroffen.

    • mittel

      Kundendaten oder Kundenkontakt, aber ein Mensch prüft das Ergebnis, bevor es wirkt.

    • tief

      Interne Unterstützung ohne Kundendaten, die Ergebnisse wirken nicht direkt nach aussen.

    Vorschlag von Humanyx. Die Kriterien legt Ihr Haus fest (Fn. 5). Faktoren nennt die FINMA in Fussnote 2, zum Beispiel Bedeutung für die Einhaltung der Finanzmarktgesetzgebung, Anzahl betroffener Kundinnen und Kunden, Personendaten, Grad der Autonomie und Abhängigkeit von Drittanbietern.

    Beispiel

    So sieht ein ausgefülltes Inventar aus

    Sechs Zeilen, wie sie in einer mittelgrossen Bank stehen könnten, von Microsoft 365 Copilot bis zu den privaten ChatGPT-Konten. Fiktives Beispiel, keine Angaben eines realen Instituts. Klicken Sie auf eine Zeile, um alle 20 Felder zu sehen.

    KI-01Microsoft 365 CopilotKundendatenjaRisikomittelStatusproduktiv

    Was und wofür

    ID
    KI-01
    Name der Anwendung
    Microsoft 365 Copilot
    Zweck und Geschäftsprozess
    Entwürfe für E-Mails und Präsentationen, Zusammenfassungen von Sitzungen und Dokumenten im Büroalltag.
    Bereich
    Alle Bereiche
    Status
    produktiv

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Leiterin IT
    Anbieter und Modell
    Microsoft, Sprachmodelle von OpenAI über Microsoft
    Art
    in bestehender Software eingebaut
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Microsoft-Vertrag mit Datenschutzzusatz, Auslagerungsprüfung abgeschlossen

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    ja
    Datenkategorien
    E-Mails, Dokumente, Kalender und Chats, im Rahmen der Berechtigungen der Nutzenden
    Verarbeitungs- und Speicherort
    Speicherung Schweiz (In-Country-Datenhaltung aktiviert), Verarbeitung in der EU

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    mittel
    Begründung der Einstufung
    Breite Nutzung mit Zugriff auf Dokumente mit Kundenbezug. Ergebnisse wirken nicht direkt nach aussen, sie werden vor dem Versand von Mitarbeitenden geprüft.
    Kontrollen
    Berechtigungen vor der Einführung bereinigt, Nutzungsrichtlinie, Texte an Kunden werden vor dem Versand gelesen und freigegeben.
    Erklärbarkeit
    Antworten mit Verweis auf die verwendeten Dokumente

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    Pilot mit 20 Personen vor der Einführung, quartalsweise Auswertung der Nutzung und der gemeldeten Fehler.
    Dokumentation
    Steckbrief, Datenschutz-Folgenabschätzung, Nutzungsrichtlinie im Intranet
    Letzte Überprüfung
    09.2026
    Nächste Überprüfung
    03.2027
    KI-02Chatbot auf der WebsiteKundendatenneinRisikomittelStatusPilot

    Was und wofür

    ID
    KI-02
    Name der Anwendung
    Chatbot auf der Website
    Zweck und Geschäftsprozess
    Beantwortet allgemeine Fragen zu Produkten, Gebühren und Öffnungszeiten und leitet an die Kundenberatung weiter.
    Bereich
    Kundendienst und Marketing
    Status
    Pilot

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Leiter Kundendienst
    Anbieter und Modell
    Schweizer Chatbot-Anbieter, Sprachmodell über Azure OpenAI
    Art
    eingekauft
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Vertrag mit dem Anbieter inklusive Auftragsbearbeitung und Haftung

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    nein
    Datenkategorien
    Öffentliche Website-Inhalte, Gesprächsverläufe ohne Kontodaten
    Verarbeitungs- und Speicherort
    Schweiz

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    mittel
    Begründung der Einstufung
    Direkter Kontakt mit Kundinnen und Kunden, falsche Auskünfte schaden dem Ruf. Keine Kontodaten und keine Anlageberatung.
    Kontrollen
    Antworten nur aus freigegebenen Inhalten, Hinweis auf fehlende Beratung, Übergabe an einen Menschen auf Wunsch.
    Erklärbarkeit
    Jede Antwort verweist auf die Quellseite der Website

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    100 Testfragen mit bekannter Antwort vor dem Start, monatliche Stichprobe von 50 Gesprächen.
    Dokumentation
    Steckbrief, versionierte Wissensbasis
    Letzte Überprüfung
    08.2026
    Nächste Überprüfung
    11.2026
    KI-03Datenextraktion im KYCKundendatenjaRisikohochStatusproduktiv

    Was und wofür

    ID
    KI-03
    Name der Anwendung
    Datenextraktion im KYC
    Zweck und Geschäftsprozess
    Liest Ausweise, Handelsregisterauszüge und das Formular A aus und befüllt das KYC-Dossier bei der Kontoeröffnung.
    Bereich
    Compliance und Onboarding
    Status
    produktiv

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Head Compliance
    Anbieter und Modell
    Anbieter für Dokumentenerkennung, Texterkennung kombiniert mit einem Sprachmodell
    Art
    eingekauft
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Auslagerungsvertrag mit Prüfrechten, Datenstandort Schweiz vertraglich festgehalten

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    ja
    Datenkategorien
    Ausweisdaten, wirtschaftlich Berechtigte, Angaben zur Herkunft der Vermögenswerte
    Verarbeitungs- und Speicherort
    Schweiz

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    hoch
    Begründung der Einstufung
    Dient der Einhaltung der Sorgfaltspflichten zur Geldwäschereibekämpfung und verarbeitet Kundendaten. Fehler wirken direkt auf die KYC-Prüfung.
    Kontrollen
    Jedes extrahierte Feld wird vor dem Abschluss vom Compliance Officer bestätigt (Vier-Augen-Prinzip).
    Erklärbarkeit
    Jedes Feld verweist auf die Fundstelle im Dokument

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    200 historische Dossiers mit bekanntem Ergebnis vor dem Start, Fehlerquote pro Feld als Kennzahl, monatliche Auswertung der manuellen Korrekturen.
    Dokumentation
    Vollständige Dokumentation mit Zweck, Daten, Grenzen und Fallback (manuelle Erfassung)
    Letzte Überprüfung
    06.2026
    Nächste Überprüfung
    12.2026
    KI-04Modell im TransaktionsmonitoringKundendatenjaRisikohochStatusproduktiv

    Was und wofür

    ID
    KI-04
    Name der Anwendung
    Modell im Transaktionsmonitoring
    Zweck und Geschäftsprozess
    Priorisiert Alarme im Transaktionsmonitoring zur Geldwäschereibekämpfung und senkt die Zahl der Fehlalarme.
    Bereich
    Compliance, Geldwäschereibekämpfung
    Status
    produktiv

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Leiter Geldwäschereibekämpfung
    Anbieter und Modell
    Modul des Monitoring-Systems, Machine-Learning-Modell des Herstellers
    Art
    in bestehender Software eingebaut
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Lizenz- und Wartungsvertrag, Modelländerungen nur nach vorheriger Information

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    ja
    Datenkategorien
    Transaktionen, Kundenprofile, Risikokategorien
    Verarbeitungs- und Speicherort
    Schweiz, Betrieb im eigenen Rechenzentrum

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    hoch
    Begründung der Einstufung
    Aufsichtsrechtlich kritische Funktion. Eine falsch tiefe Priorisierung kann verdächtige Transaktionen übersehen lassen.
    Kontrollen
    Kein Alarm wird automatisch geschlossen, Abschluss nur durch Analystinnen und Analysten, Schwellenwerte durch Compliance freigegeben.
    Erklärbarkeit
    Pro Alarm die wichtigsten Merkmale, die zur Priorisierung geführt haben

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    Backtesting gegen historische Fälle vor dem Einsatz, monatliche Überwachung von Trefferquote und veränderten Eingangsdaten, jährliche unabhängige Validierung.
    Dokumentation
    Modelldokumentation des Herstellers plus eigener Validierungsbericht
    Letzte Überprüfung
    04.2026
    Nächste Überprüfung
    04.2027
    KI-05Übersetzung mit DeepL ProKundendatenjaRisikomittelStatusgeplant

    Was und wofür

    ID
    KI-05
    Name der Anwendung
    Übersetzung mit DeepL Pro
    Zweck und Geschäftsprozess
    Soll Korrespondenz, Verträge und interne Dokumente zwischen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch übersetzen.
    Bereich
    Backoffice und Kundenberatung
    Status
    geplant

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Leiter Operations
    Anbieter und Modell
    DeepL, eigene Übersetzungsmodelle
    Art
    eingekauft
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Vertrag in Prüfung: Auftragsbearbeitung, Löschung der Texte, Datenübermittlung in die EU

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    ja
    Datenkategorien
    Korrespondenz und Verträge mit Namen und Vermögensangaben
    Verarbeitungs- und Speicherort
    EU laut Anbieter

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    mittel
    Begründung der Einstufung
    Kundendaten würden die Schweiz verlassen. Übersetzungen werden vor dem Versand gelesen und wirken nicht ungeprüft nach aussen.
    Kontrollen
    Geplant: nur Firmenkonten mit Pro-Lizenz, Übersetzungen an Kunden werden vor dem Versand gegengelesen.
    Erklärbarkeit
    Original und Übersetzung liegen nebeneinander und sind vergleichbar

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    Geplant: Stichprobe von 20 Fachtexten vor der Einführung, danach jährliche Überprüfung der Vertragsbedingungen.
    Dokumentation
    Steckbrief in Arbeit
    Letzte Überprüfung
    noch offen
    Nächste Überprüfung
    vor dem Start
    KI-06Private ChatGPT-Konten von MitarbeitendenBlinder FleckKundendatenunklarRisikohochStatusproduktiv

    Was und wofür

    ID
    KI-06
    Name der Anwendung
    Private ChatGPT-Konten von Mitarbeitenden
    Zweck und Geschäftsprozess
    Unbekannt. Vermutlich Texte formulieren, übersetzen und recherchieren.
    Bereich
    Verschiedene
    Status
    produktiv

    Wer und mit wem

    Verantwortliche Person
    Noch offen, Vorschlag: Head Compliance
    Anbieter und Modell
    OpenAI, ChatGPT mit privaten Gratis- oder Bezahlkonten
    Art
    private Nutzung durch Mitarbeitende
    Auslagerung und Vertrag mit Drittanbieter
    Kein Vertrag

    Welche Daten und wo

    Kundendaten
    unklar
    Datenkategorien
    Unbekannt, Kundendaten in eingefügten Texten sind nicht auszuschliessen
    Verarbeitungs- und Speicherort
    USA, ohne Vertrag mit der Bank

    Risiko und Kontrollen

    Risikoeinstufung
    hoch
    Begründung der Einstufung
    Keine Kontrolle über die eingegebenen Daten und kein Vertrag mit dem Anbieter. Typischer blinder Fleck im Inventar.
    Kontrollen
    Keine. Massnahmen: KI-Richtlinie, kurze Umfrage im Team, freigegebene Alternative mit Firmenkonto.
    Erklärbarkeit
    Nicht gegeben

    Prüfen und belegen

    Tests und laufende Überwachung
    Keine
    Dokumentation
    Keine
    Letzte Überprüfung
    noch offen
    Nächste Überprüfung
    11.2026

    Typische Lücken

    Was in Inventaren oft fehlt

    Die FINMA hält fest, dass die Vollständigkeit für viele Institute eine Herausforderung war. Was niemand bewusst eingeführt hat, steht auf keiner Liste. Diese vier Bereiche lohnt es sich gezielt abzufragen.

    Private KI-Konten

    Mitarbeitende nutzen ChatGPT, Claude oder Gemini mit privaten Konten, oft auf dem Smartphone. Niemand hat das eingeführt, deshalb steht es auf keiner Liste.

    So erfassen: Kurze, anonyme Umfrage im Team. Als eigene Zeile mit der Art «private Nutzung durch Mitarbeitende» erfassen, dazu eine Regel in der KI-Richtlinie und eine freigegebene Alternative.

    KI in bestehender Software

    CRM, Kernbankensystem, Office und Portfoliosoftware erhalten laufend KI-Funktionen über normale Updates. Sie werden selten als neue Anwendung wahrgenommen.

    So erfassen: Release Notes und Verträge der wichtigsten Anbieter durchgehen und beim Anbieter nachfragen, welche KI-Funktionen aktiv sind und welche Daten sie nutzen.

    Transkription und Übersetzung

    Protokollfunktionen in Teams oder Zoom, Diktier-Apps und Übersetzungsdienste verarbeiten Gespräche und Korrespondenz mit Kundenbezug.

    So erfassen: Pro Werkzeug eine Zeile. Besonders prüfen: Werden Gespräche mit Kundinnen und Kunden aufgezeichnet, und wo werden Audio und Text gespeichert?

    Browser-Erweiterungen

    Schreibhilfen, Zusammenfassungs- und Übersetzungs-Erweiterungen lesen mit, was im Browser angezeigt wird, auch im E-Banking-Backoffice oder im CRM.

    So erfassen: Installierte Erweiterungen über die IT auslesen, freigegebene Erweiterungen festlegen und die übrigen sperren.

    Vorlage

    KI-Inventar als Excel und CSV herunterladen

    Die Excel-Datei enthält drei Blätter: das leere Inventar mit Auswahllisten für Art, Kundendaten, Risikoeinstufung und Status, das ausgefüllte Beispiel von dieser Seite und eine Erklärung aller 20 Felder mit Bezug zur Aufsichtsmitteilung. Die CSV-Datei enthält dieselben Spalten mit den Beispielzeilen, für andere Tabellenprogramme.

    • 20 Felder, nummeriert wie auf dieser Seite
    • Auswahllisten statt Freitext, wo es sinnvoll ist
    • Kostenlos, die Links kommen auch per E-Mail

    Vertraut von führenden Unternehmen

    Gemeinsam mit innovativen Partnern gestalten wir, wie Teams in der Schweiz arbeiten, verkaufen und Wissen teilen.

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    Aus Geschäftsberichten, Medienmitteilungen und Fachmedien tragen wir zusammen, welche KI-Anwendungen Ihres Hauses öffentlich bekannt sind, mit Quelle pro Zeile. Sie erhalten die ausgefüllte Vorlage als Ausgangspunkt. Verantwortliche Personen, Kundendaten und Risikoeinstufung ergänzen Sie intern.

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    Vorbefülltes Inventar anfragen

    Wir verwenden Ihre Angaben nur für diese Anfrage. Details in der Datenschutzerklärung.

    Häufige Fragen

    Wer ist für das KI-Inventar verantwortlich?+

    Die Aufsichtsmitteilung schreibt keine bestimmte Funktion vor. Die FINMA beurteilt, ob ein zentral geführtes Inventar besteht und ob Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für Entwicklung, Implementierung, Überwachung und Nutzung von KI festgelegt sind. Bewährt hat sich: Eine Stelle führt das Inventar, oft Compliance oder Risk, und jede Anwendung hat eine fachlich verantwortliche Person.

    Wie oft sollte das Inventar überprüft werden?+

    Die Mitteilung nennt keine feste Frequenz. Sie hält fest, dass vor dem produktiven Einsatz, bei Veränderungen und laufend zu beurteilen ist, ob eine Anwendung ihrem Zweck entsprechend funktioniert, je wesentlicher und komplexer die Anwendung, desto wichtiger. Unsere Empfehlung: das Inventar mindestens einmal pro Quartal nachführen, wesentliche Anwendungen mindestens jährlich überprüfen und zusätzlich immer dann, wenn sich Modell, Anbieter oder Daten ändern.

    Gehören private ChatGPT-Konten von Mitarbeitenden ins Inventar?+

    Ja. Die FINMA hält fest, dass die Vollständigkeit von Inventaren schwierig ist, weil generative KI seit ihrem Aufkommen für jedermann zugänglich ist, und sie erwartet eine ausreichend breite Definition von KI. Erfassen Sie die private Nutzung als eigene Zeile, auch wenn vieles unklar ist. Wie Sie die Nutzung im Team regeln, zeigt unsere Vorlage für eine KI-Richtlinie.

    Was zählt als KI-Anwendung?+

    Die FINMA beurteilt, ob eine ausreichend breite Definition von KI vorliegt, und verweist auf den Definitionsansatz der OECD. Begründung: Auch klassische Anwendungen können ähnliche Risiken aufweisen, und gleiche Risiken sind gleich zu adressieren. Im Zweifel gehört eine Anwendung ins Inventar, die Risikoeinstufung zeigt dann, wie viel Aufwand sie braucht.

    Gilt das auch für ein kleines Haus?+

    Die Mitteilung verlangt Proportionalität: Massgebend sind Grösse, Komplexität, Struktur und Risikoprofil des Instituts sowie die Wesentlichkeit der Anwendungen und die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken. Ein kleines Haus braucht keine Inventar-Plattform. Eine vollständige, aktuelle Tabelle mit benannten Verantwortlichen genügt in der Regel.

    Reicht eine Excel-Tabelle als Inventar?+

    Für die meisten Häuser ja. Entscheidend sind Vollständigkeit, eine nachvollziehbare Risikoeinstufung und die regelmässige Nachführung, nicht das Werkzeug. Die Vorlage auf dieser Seite enthält Auswahllisten für Art, Kundendaten, Risikoeinstufung und Status.

    Noch Fragen?

    Ihre Frage ist nicht dabei? Die KI antwortet aus dem Wissen dieser Website.